Die Polizei Gifhorn startet ein Präventionsprojekt für Fahranfänger. Schockvideos und Diskussionen sollen die Risikobereitschaft junger Fahrer senken.

18- bis 24-Jährige Autofahrer kommen bei Verkehrsunfällen am häufigsten ums Leben. Die Polizei Gifhorn will hier mit einem landkreisweiten Präventionsprojekt gegensteuern. Ab dem 28.Oktober gehen Polizeibeamte in die Fahrschulen.

Die Gifhorner Kommissare Sören Anders und Guido Schmidt haben sich freiwillig für das Projekt gemeldet. In 90-bis 120-minütigen Vorträgen wollen sie Fahranfänger für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren. „Meine Arbeit lohnt sich schon, wenn sie dazu beiträgt, dass ich nur eine Todesnachricht weniger überbringen muss“, sagt Schmidt.

Bei der Aufklärungsarbeit helfen Bild- und Videomaterial. Das bewährte Grundgerüst der Powerpoint-Präsentation stammt aus Achim bei Bremen, wo Polizisten 2010 erstmals das Projekt angeboten haben. Doch alles ist nicht gleich. Die Unfallfotos kommen aus dem Kreisgebiet Gifhorn. „Wenn man eine Straße oder Ecke wiedererkennt, ist die Situation greifbarer und die Leute sind besser erreichbar“, sagt Schmidt. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es geht nicht um Frontalunterricht, die Fahrschüler sollen mitgenommen werden und es ist ausdrücklich erwünscht, dass sie sich in die Diskussion einbringen. Sie sollen nicht nur Fragen stellen, sondern können auch von eigenen Erlebnissen berichten.

Alle zwölf Fahrschulen im Kreisgebiet waren im Juni zu einem Informationsgespräch mit der Polizei eingeladen. Sechs Fahrschulen machen bisher bei dem Projekt mit, das am Montag in Isenbüttel startet. „Wir haben die Hoffnung, dass wir so die Zahl der Discounfälle reduzieren können“, sagt Antje Braam von der gleichnamigen Gifhorner Fahrschule. Sie sehe eine große Chance, Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Polizei besser zu erreichen. Ein Ziel sei es, fügt Fahrlehrer Bernd Feuerhahn an, die Risikobereitschaft bei den jungen Menschen zu senken, genau das zu tun, was der Fahrlehrer immer verboten habe.

Neben den Gifhorner Kommissaren Schmidt und Anders beteiligen sich noch die Polizisten Lars Herzog aus Meinersen und Wilko Klingenberg aus Meine an dem Projekt.